Die Aserbaidschanische Staatliche Nachrichtenagentur

Fukushimas Fische seien kaum noch kontaminiert

Fukushimas Fische seien kaum noch kontaminiert

Baku, 3. März, AZERTAC 

Die Angst vor radioaktiver Strahlung nach der Katastrophe von Fukushima war groß. Nun zeigt sich, Zumindest die Fische in der japanischen Küstenregion haben sich weitgehend erholt.

Knapp fünf Jahre liegt der Atomunfall im japanischen Fukushima zurück - nun verbreiten Forscher eine gute Nachricht. Demnach sollen die Meeresfische in der Region kaum noch radioaktiv belastet sein. Das berichten die japanischen Wissenschaftler nach der Auswertung von Messdaten verschiedener Arten aus unterschiedlichen Regionen Japans. Selbst Fische, die am Meeresgrund lebten und daher als besonders gefährdet galten, seien kaum noch kontaminiert, schreibt das Team um Hiroshi Okamura vom Nationalen Forschungsinstitut für Fischereiwissenschaft in Kanagawa in einer Studie. Bei Süßwasserfischen war die Belastung dagegen etwas höher.

Bei dem Reaktorunglück vor fünf Jahren waren große Mengen radioaktiver Stoffe in den Pazifik gelangt. Seitdem ließ die japanische Regierung insbesondere Lebensmittel aus dem Meer auf ihre Strahlenbelastung untersuchen. Die Messungen konzentrierten sich auf die beiden Cäsium-Isotope Cs-134 und Cs-137, die Halbwertzeiten von etwa 2 und 30 Jahren haben.

Die Forscher um Okamura analysierten die Daten, die nun im Fachmagazin "PNAS" erschienen sind und von verschiedenen Arten und aus verschiedenen Präfekturen stammten, von April 2011 bis Ende März 2015. Anhand eines statistischen Modells erstellten sie ein Schema der räumlichen und zeitlichen Verteilung des Belastungsrisikos.

Süßwasserfische stärker kontaminiert als Salzwasserfische - Das Resultat: Seit April 2011 nahm die Belastung der Meeresfische stetig ab. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Kontamination mit beiden Isotopen den Grenzwert von 100 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) übersteige, sei in Fukushima für Salz- und Süßwasserfische sehr gering. Bei Süßwasserfischen könnte der Wert 20 Bq/kg übersteigen - für Meeresfische sei das aber äußerst unwahrscheinlich.

Die Forscher führen den Unterschied darauf zurück, dass das Cäsium in Süßwasserfischen wegen des unterschiedlichen Stoffwechsels länger verbleibt. Zudem dürfte der Verdünnungseffekt in Seen, Bächen und Flüssen deutlich schwächer sein als im offenen Ozean. Belastet waren etwa der Japanische Saibling (Salvelinus leucomaenis) in vier Präfekturen und der Japanische Aal (Anguilla japonica) in drei Präfekturen.

Die Forscher betonen aber, dass Süßwasserfische zum Verzehr in Japan hauptsächlich aus Aquakulturen stammen und nicht aus freier Wildbahn. Fische aus Kulturen seien Analysen zufolge nur geringer Strahlung ausgesetzt. "Das höhere Kontaminationsrisiko von Süßwasserfischen aus freier Wildbahn um Fukushima sollte keine ernste Lebensmittelsorge sein, sondern ein Problem für Freizeitfischer und die Tourismusindustrie, denn die Freizeitfischerei wird eingeschränkt oder verboten, wenn ein Fisch über dem Grenzwert (100 Bq/kg) gefangen wird", schreiben sie.

Das Institut für Fischereiökologie in Hamburg hält die Studienergebnisse für realistisch. "Die Resultate passen zu den früher veröffentlichten Daten", sagt Marc-Oliver Aust. "Messwerte von Fischprodukten, die aus dem Pazifik stammen und in Deutschland untersucht wurden, liegen im Bereich jener Werte, die man in der Nordsee findet. Fische aus dem Pazifik können daher derzeit ohne zusätzliches Risiko durch radioaktive Stoffe verzehrt werden."

Bereits Ende 2014 war eine Untersuchung zur Radioaktivität im Meer zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen. Die Forscher hatten damals untersucht, wie sich nach der Katastrophe die Strahlung im Ozean verbreitet hatte - und hatten Entwarnung gegeben.

Auf dem Kraftwerksgelände und insbesondere in den zerstörten Reaktorgebäuden ist die Strahlung auch fünf Jahre nach dem Unglück noch sehr hoch. Immer noch wird Wasser in die Unglücksreaktoren hinein- und herausgepumpt, um die geschmolzenen Kernbrennstäbe zu kühlen. Diese Massen an hoch kontaminiertem Wasser werden auf dem Gelände gelagert. Bislang ist unklar, was mit dem strahlenden Wasser geschehen soll. Der Rückbau der Katastrophenmeiler wird noch mindestens 30 Jahre dauern.

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